Koordination Südliches Afrika

 
 

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Hintergrund
Fragen und Antworten

 

Der Daimler Konzern und die WM 2010

Der Auftritt der deutschen Fußballnationalmannschaft bei der WM in Südafrika stand unter keinem guten Stern. Das Problem war nicht das DFB-Team, sondern dessen Hauptsponsor: Mercedes-Benz.

Bei Südafrikanerinnen und Südafrikanern, die ihr Leben im Kampf gegen das rassistische Apartheidregime riskierten, ruft das Daimler-Logo dunkle Erinnerungen wach. Im April 2009 hat ein US-Bundesbezirksgericht in New York eine Sammelklage wegen Beihilfe zu schweren Menschenrechtsverletzungen während der Apartheid gegen Daimler und vier weitere Konzerne zugelassen. Durch seine Geschäfte mit dem Apartheidregime beteiligte sich Daimler an der Unterdrückung des schwarzen Befreiungskampfes und der Destabilisierung der Region. 1998 wurde die Internationale Kampagne zur Entschädigung der Apartheidopfer gegründet, der auch KOSA angehört. Träger der Aktivitäten in Südafrika und Partner der Kampagne in Deutschland ist die Menschenrechtsorganisation Khulumani Support Group. Sie fordert die Anerkennung des begangenen Unrechts und Entschädigungszahlungen.


Mit der Aktion „Daimler - Star of Apartheid“ in Deutschland unterstützte die Kampagne "Kick for one World" die Apartheidopfer in der Auseinandersetzung mit dem Stuttgarter Konzern. Dabei wurde die zunehmende Aufmerksamkeit durch die WM in Südafrika dazu genutzt, den Druck auf Daimler zu erhöhen. Durch Pressearbeit und Kampagnenaktivitäten soll Daimler zur Öffnung seines Archivs und einer angemessene Entschädigung bewegt werden.

 

Kampagne: The Star of Apartheid

Die Kampagne startete am 14. April.2010 mit der Jahreshauptversammlung (HV) der Daimler AG in Berlin. Vor den Haupteingängen wurden Aktionspostkarten verteilt die dazu aufrufen, sich mit seiner Unterschrift an der Kampagne zu beteiligen.
Während der HV sprach Apartheidopfers und Khulumani-Kläger Mpho Masemola aus Südafrika vor 5.000 Aktionären inklusive Konzernvorstand und Aufsichtsrat. Neben der klassischen Unterstützergewinnung mittels Postkarte und Unterschriftenlisten gab es auch die Möglichkeit zur Online-Unterschrift auf der Kampagnenwebiste www.star-of-apartheid.de. Als vor und während der WM der DFB und Mercedes-Benz unter dem Motto „Der 4. Stern für Deutschland“ aufriefen, die Nationalmannschaft in Südafrika durch ein entsprechend geändertes Facebook-Profilbild mit Daimler-Stern zu unterstützen, reagierte die Kampagne mit einem Gegenaufruf und ließen ein Unterstützungstool programmieren, mit dem Facebook-User relativ einfach ihr bestehendes Profil-Foto mit einem Motiv der Kampagne zusammenfügen konnten. Mehr als 600 Facebook-User solidarisieren sich dort mit der Kampagne und teilen die Infos und Aktionsaufrufe zu Flashmobs vor Filialen von Mercedes des unabhängigen Unterstützer/innenkreises in ihren Facebook-Profilen.

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"Gefällt mir! WM in Südafrika, aber DAIMLER hat noch eine Rechnung offen!"

Dazu kamen zahlreiche Einzelveranstaltungen, Tagungen und Interviews in allen Teilen der Bundesrepublik, die mit zu einem breiten Medienecho beitrugen. Auch auf dem ökumenischen Kirchtag in München im Mai 2010 war die Kampagne präsent. Auf der politischen Ebene gab es ein Fachgespräch mit dem  Menschenrechtsausschuss des Bundestages sowie einzelnen Parlamentariern, die zu Anfragen der Opposition an die Bundesregierung führten.

Auch organisierte KOSA ein Seminar zur Klage der Apartheidsopfer im September 2010 in Bonn mit anschließender Rundereise mit der Südafrikanerin Marjorie Jobson (Khulumani Support Group) mit vier Arbeitstreffen mit anderen NRO sowie sieben öffentliche Veranstaltungen in Bonn, Berlin, Bremen und Bochum.

Im Fortgang fand die Kampagne weitere institutionelle Unterstützung. Attac, Bundeskoordination Internationalismus (BUKO), Gerechtigkeit heilt, Berlin postkolonial, pax christi im Bistum Limburg, ChristInnen für den Sozialismus sowie  IG Metall-Vertrauensleute und Betriebsräte des Daimler-Werkes in Bremen unterstützten die Forderungen.

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Pressemitteilung von Khulumani zur Weigerung des Daimler Vorstands, die Unterschriften anzunehmen vom 16. Dezember 2010

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Pressemitteilung zur Übergabe der Unterschriften vom 14. Dezember 2010

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Brief an den Daimlervorstand anlässlich der Unterschriftenübergabe und Antwort des Konzerns darauf

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Presseerklärung der Initiatoren zum Kampagnenstart bei der Daimler-Hauptversammlung in Berlin am 14. April 2010

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Presseerklärung der KOSA zum Kampagnenstart bei der Daimler-Hauptversammlung in Berlin am 14. April 2010

 

Korrespondenz mit dem Deutschen Fußballbund (DFB)

Die Argumente von Daimler sind inzwischen bekannt – auch beim Deutschen Fußball-Bund (DFB). Immerhin ist Daimler einer der wichtigsten Sponsoren des DFB. KASA, KOSA, medico international und SODI hatten im November 2009 einen Brief an den DFB geschickt mit der Bitte um Stellungnahme zum Engagement ihres Hauptsponsors. Im Februar 2010 erhielten wir Antwort – einige Zeilen vom DFB, lange Ausführungen von Daimler. Der DFB sieht keinen weiteren Handlungsbedarf. So sind wir nun auf die Reaktion unseres Antwortbriefes gespannt.

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Gemeinsamer Brief der Kampagne des Bündnisses kick for one world an den Deutschen Fußball Bund (DFB) mit der Bitte um Stellungnahme vom 24. November 2009.

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Vorläufige Antwort des DFB vom 03. Dezember 2009

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Nachfrage zum Stand der Dinge an den DFB vom 02. Februar 2010

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Antwort des DFB vom 11. Februar 2010

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Antwort an den DFB vom 12. April 2010

 

Wirkungen der Kampagne

Trotz großen Medieninteresse und guter Beteiligung an den Aktionen hat sich Daimler nicht bewegt. Es gibt jedoch Hinweise darauf, dass das Thema bei Daimler ernst genommen wird. Auf der Daimler Aktionärshauptversammlung am 14. April 2010 in Berlin kündigte Daimler an, seine Geschäftsbeziehungen zum Iran weitgehend abzubrechen. Der Konzern trennte sich von einer 30-prozentigen Beteiligung an einer Dieselmotorenproduktion im Land. Vielleicht eine Reaktion auf die Erkenntnis, dass die Zusammenarbeit mit Regimen, die gegen Menschenrechte verstoßen, dem Image von Daimler abträglich sein können.

Der Vorstand der Daimler AG bleibt hinsichtlich der Apartheidopfer aber bei seiner Position: Mit den Lieferungen der Unimogs wurde nicht gegen damaliges deutsches Recht verstoßen und die Eingabe von Mercedes-Benz Südafrika vor der Wahrheits- und Versöhnungskommission hätte keine Rückfragen ergeben. Sie sehen somit keine Gründe, warum sie nun mit den Opfern in einen Dialog treten sollten. Sie sind sich keiner Schuld bewusst. Natürlich erwähnt Daimler nicht, dass die südafrikanische Wahrheits- und Versöhnungskommission der Daimler Tochter MBSA keinen Freispruch gegeben und keine Amnestie gewährt hat. Und genau aus diesem Grunde unterstützt Erzbischof Tutu die US-Entschädigungsklage von Khulumani.

 

Weitere Informationen

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Fragen und Antworten zur Daimler-Klage

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www.star-of-apartheid.de

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Kampagnenseite von SoDi e.V

 

Presseecho in Auszügen

Die meisten großen Medien haben über Khulumani und die Auseinandersetzung um Apartheidentschädigung berichtet.

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http://www.welt.de/wirtschaft/article5804302/Daimler-und-Co-droht-Apartheid-Klage-in-den-USA.html

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http://www.deraktionaer.de/xist4c/web/Daimler--Drohende-Klage-in-den-USA_id_43__dId_11395989_.htm

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http://www.n24.de/news/newsitem_5746882.html

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http://www.pressetext.com/news/100111022/suedafrika-apartheidklage-setzt-daimler-zu/

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http://www.jungewelt.de/2010/01-25/008.php

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http://www.jungewelt.de/2010/01-25/010.php

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http://www.neues-deutschland.de/artikel/164477.viele-kehrten-der-apartheid-den-ruecken-daimler-blieb.htm

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http://www.welt-sichten.org/artikel/art-03-010/unter-keinem-guten-stern.html?printstyle=1

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http://www.sueddeutsche.de/z5h38a/3257489/Streit-um-Gerichtshoheit.html

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http://jungle-world.com/artikel/2010/11/40553.html

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http://www.swr.de/nachrichten/-/id=396/nid=396/did=6245494/tb6vu8/index.html

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http://www.jungewelt.de/2010/04-14/048.php

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http://www.epd.de/ost/ost_index_74213.html

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http://www.neues-deutschland.de/artikel/169141.an-daimlers-profiten-klebt-blut.html

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http://www.finanznachrichten.de/nachrichten-2010-04/16611516-daimler-heisser-tanz-124.htm

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http://www.tagesspiegel.de/wirtschaft/Unternehmen-Daimler-Korruptionsvorwurf-CO2-Bilanz;art129,3082903

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http://www.neues-deutschland.de/artikel/169013.daimlers-schlechtes-gewissen.html

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http://www.taz.de/1/zukunft/wirtschaft/artikel/1/daimler-will-sich-bessern/

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http://www.jungewelt.de/2010/04-12/031.php

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http://www.blogspan.net/presse/forderung-nach-entschadigung-von-apartheidopfern-auf-daimler-hv-start-der-kampagne-daimler-star-of-apartheid-am-14-4-2010-in-berlin/mitteilung/149634/

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http://www.studenten.de/misc_full.cfm?ID=504884

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http://www.i-namibia.de/3-afrika/sudafrika/apartheid-klage-gegen-daimler-jetzt-wird-es-eng-fur-jurgen-schrempp-2/

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http://www.rib-ev.de/stuff/Daimler/ZC-0210-Graesslin-Daimler.pdf

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http://bundespolitik-deutschland.suite101.de/article.cfm/suedafrikaner-klagen-in-den-usa-gegen-daimler-wegen-waffenexport

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http://www.domradio.de/news/64724/erzbischof-thissen-deutsche-mitverantwortung-bei-apartheid.html

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DER SPIEGEL 23/2010: Der Schatten des Buffels



TV and Radio

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http://www.tagesschau.de/multimedia/video/video686602.html

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http://www.rdl.de/index.php?option=com_content&task=view&id=6125&Itemid=349



Südafrika

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http://www.thedailyshow.com/watch/thu-june-24-2010/world-cup-2010--into-africa---goal-diggers

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http://www.mg.co.za/article/2010-01-15-daimlers-economic-threat

 

 

 

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Ausgangspunkt: Die Wahrheits- und Versöhnungskommission

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Die Rolle von Konzernen und Banken bei der Aufrechterhaltung der Apartheid

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Die Kläger: Khulumani Support Group

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Die Klage

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Chronologie

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Aktuelle Entwicklung

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Materialien

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Presseecho

 

Kontakt in Südafrika:

http://www.khulumani.net/contact-us.html

Khulumani Contact & Support Centre
Address: 2nd Floor Khotso House, 62 Marshall Street, Johannesburg

P.O. Box 31958, Braamfontein 2017, South Africa
E-Mail: admin@khulumani.net

Telephone: +27-11-833-2044 / 5 / 6 / 7
Fax: +27-11-833-2048
http://www.khulumani.net

 

Träger der Kampagne in Deutschland:

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KASA Kirchliche Arbeitsstelle Südliches Afrika, Simone Knapp, www.kasa.woek.de

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KOSA Koordination Südliches Afrika, Dieter Simon, info.kosa.org,

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medico international, Bernd Eichner, www.medico.de

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SODI Solidaritätsdienste International e.V., http://www.sodi.de/

 

Weitere Informationen und Materialien zur Kampagne finden Sie unter:

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http://www.khulumani.net

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http://www.apartheid-reparations.ch

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http://www.woek.de

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http://www.kritischeaktionaere.de 

 

 

StopEpa.de

 

Unterstützen Sie die

STOP EPA Kampagne

 
 
 
 

Kampagne zur Fußballweltmeisterschaft 2010 in Südafrika und zur WM 2014 in Brasilien

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

KOSA e.V. wird gefördert aus Mitteln des Kirchlichen Entwicklungsdienstes durch Brot für die Welt - Evangelischer Entwicklungsdienst

 

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